Der Helferkreis aus Pittenhart berichtet

Der Helferkreis aus Pittenhart, der sich für Asylbewerber einsetzt, berichtet, dass seit fast drei Wochen in Pittenhart zehn männliche Flüchtlinge wohnen. Sie kommen aus dem Kurdengebiet im Nordirak und sind jesidischen Glaubens. In ihrer Heimat wurden sie wegen ihres Glaubens verfolgt und vertrieben. Verschiedene Quellen beschreiben einen Genozid an diesen Menschen durch den IS und den irakischen Staatschef. Die Männer sind zwischen 19 und 34 Jahre alt und sprechen kurdisch und arabisch, teilweise englisch und deutsch. Vier Männer sind verheiratet, davon haben zwei Kinder, zwei sind bereits anerkannte Flüchtlinge. Ihre Familien bangen im Irak ums Überleben und hoffen auf Nachzug. Die Anerkennungsquote bei Jesiden aus dem Nordirak liegt derzeit bei über 90 Prozent und so rechnen auch die anderen mit dem baldigen Anerkennungsbescheid.

Wer anerkannt ist, muss die Unterkunft wieder verlassen und sich eine Wohnung und eine Arbeit suchen. Das ist allerdings nicht einfach, denn der Wohnungsmarkt ist knapp. Ist es schon für Deutsche schwierig, so ist es für Flüchtlinge, die zwar anerkannt sind, aber weder unsere Schrift lesen noch die Sprache sprechen können sehr schwer, wenn nicht unmöglich, ohne Hilfe einen Job oder eine Wohnung zu finden.

Schon an dieser Stelle ist der Helferkreis als unterstützende Kraft gefragt. Die Aufgaben der Helfer sind mannigfaltig.

In der letzten Zeit ging es vor allem um etliche Behördengänge, die Einrichtung eines Kontos für die 325 Euro vom Landratsamt, die die Männer monatlich für Fahrtkosten, Kleidung und Essen erhalten, um die Organisation vieler fehlender Gegenstände im Haushalt (z.B. funktionierte die Heizung nicht, es gab keinen Herd uvm.) und die Organisation von Sprachkursen. Die Zuständigkeiten der Behörden wechseln je nach Status.

Anerkannte unterliegen dem Jobcenter, andere dem Landratsamt. Dementsprechend besuchen sie dann auch unterschiedliche Sprachkurse.

Eine Gruppe des Helferkreises gibt zusätzlich zu den Sprachkursen notwendige Hilfestellungen, was notwendig ist und auch integrativen Charakter hat. Die höflichen, freundlichen Männer sind sehr motiviert und nehmen die Unterstützung dankbar an. Und jeder wird von ihnen freudig als Gast empfangen und eingeladen.

Zurzeit stehen jedem Asylbewerber 7 qm Wohnraum zu.

Das Landratsamt hat eine Grundausstattung (z. B. Bett, Schrank, Waschmaschine, Kühlschrank, Herd (fehlt noch) und Geschirr zur Verfügung gestellt, verschiedene private Sachspenden verbessern die Wohnqualität enorm.

Wie Bürgermeister Stepp Reithmeier auf Nachfrage informierte, sollen laut Aussagen des Landratsamtes 36 Asylsuchende in Pittenhart untergebracht werden.

Neben der ersten Wohnung soll eine weitere ab Mitte Dezember mit weiteren 10 Personen in Aiglsham belegt werden. Weiterer Wohnraum wird dringend benötigt und soll der Gemeinde oder dem LRA gemeldet werden.

Eine dritte Unterkunft wird noch vom LRA geprüft. Sobald Näheres bekannt ist informiert die Gemeinde die Bürger.

Es wird um Verständnis gebeten, dass die Gemeinde nur Informationen weiter geben kann, die Fakten benennen. Leider weiß auch die Gemeinde oft erst zwei Tage vorher, wer genau kommt und wie viele Flüchtlinge an welchem Tag anreisen.

Der Helferkreis Pittenhart würde sich sehr über weitere Unterstützung freuen. Das nächste Treffen findet am Montag, 14 Dezember um 19.30 Uhr statt, bereits um 19.00 Uhr können sich interessierte über den Stand der Situation erkundigen.