Situation Deutschnachhilfe

Stand 06. Juni 2016

Jetzt, wo sich wegen der diversen Umzüge bzw. neuen Kurse einiges ändert, wollte ich einen Zwischenstandsbericht aus Nachhilfelehrersicht abgeben. Außerdem merke ich gerade, dass einige der Meinung sind, die Nachhilfe würde gar nicht mehr laufen, aber genau das Gegenteil ist der Fall!!! Aber von vorn:

Im November 2015 haben wir mit dem Deutschunterricht im Pfarrheim begonnen – montags, mittwochs und freitags jeweils von 10 bis 11 Uhr, und das Angebot wurde rege genützt, nur die „Besetzung“ wechselte ständig, da die Burschen ja noch sehr viele Termine bei den verschiedenen Ämtern, Ärzten und dgl wahrnehmen mussten. Also war ein hohes Maß an Flexibilität bei den Lehrern gefragt! Bald kamen die Flüchtlinge dank Karin in verschiedenen VHS-Kursen unter und machten rasante Fortschritte, meiner Meinung nach auch dadurch, dass sie viel mit Privatautos gefahren wurden und somit viel mit Einheimischen sprechen konnten.

Um die Weihnachtszeit kamen dann weitere 10 Asylbewerber nach Pittenhart und 10 nach Aiglsham, was eine logistische Herausforderung darstellte. Diese wurde aus praktischen Gründen so gelöst, dass ein Teil der Deutschlehrer für die Aiglshamer zuständig ist und dort unterrichtet, während der andere Teil weiterhin für die Pittenharter im Pfarrheim unterrichtet, da bei ihnen in der Wohnung zu wenig Platz ist. Somit hatten also alle Flüchtlinge die Möglichkeit, selbständig und eigenverantwortlich zur Nachhilfe zu gehen.

Da für manche der Pittenharter im März ein Einstufungstest anstand haben wir ihnen angeboten, mehr Nachhilfestunden abzuhalten, was dankbar angenommen wurde. Als der Test vorbei war waren die Burschen so voller Begeisterung, dass wir weiterhin TÄGLICH mindestens 2 Stunden  im Pfarrheim mit ihnen geübt haben, gelegentlich auch abends in der Buchenstraße.

Am Anfang haben wir hauptsächlich Wortschatzbildung gemacht, indem wir zu verschiedenen Alltagsthemen (Lebensmittel, Kleidung, etc) Bilder oder Gegenstände mitgebracht und diese benannt haben. Langsam begannen wir, immer mehr Wert auf Satzbau und Satzzeichen zu legen, wir machen Diktate und viele Tests, ob sie von dem, was sie lesen, auch den Sinn erfassen. Da immer mind. 2 Lehrer da sind können wir die Schüler in Gruppen aufteilen und individuell fördern, was sehr wichtig ist, da manche von ihnen zuhause nicht  zur Schule gehen konnten, manche aber mehrere Jahre. Obwohl die Anforderungen an den Stoff steigen wird das Unterrichten leichter, weil wir inzwischen wissen, was man von wem verlangen kann und weil sie schon so viel verstehen! Außerdem haben wir den großen Vorteil, dass wir nicht wie in der Schule einen Lehrplan durchackern müssen, sondern wir nehmen uns auch die Freiheit, mit ihnen einfach mal zu ratschen. Sie erzählen gern von daheim und zeigen liebend gern Fotos, und da sie dabei deutsch reden ist das auch eine wertvolle Sprachübung und vor allem gut für Herz und Seele!

Seit 20.4.2016 sind nun drei Flüchtlinge in einem Kurs in Traunstein, die übrigen besuchen seit 25.4.2016 den Integrationskurs in Pittenhart, so dass alle Flüchtlinge vormittags in der Schule sind. Deshalb halten wir nun die Nachhilfe in der Buchenstraße ab, was jetzt leichter geht, weil einige der Iraker ausgezogen sind.

Persönlich muss ich hinzufügen, dass es eine große Freude ist, die erstaunlichen Fortschritte beobachten zu dürfen, auch wenn ein paar der Flüchtlinge nie zur Nachhilfe erschienen sind. Sollten sie jedoch jetzt für den Integrationskurs Unterstützung brauchen werden wir auch für diese Unterstützung organisieren. (Solltet Ihr also gern Nachhilfe geben wärt Ihr herzlich willkommen.)

Monika Eder